Eis, Wärme, Farbe, Zeit –
Über Stunden verteilt sich Tinte
durch das Schmelzen von Eisblöcken
auf der Leinwand. Farbkleckse werden
aktiviert, Pfützen und Flüsse entstehen,
verlaufen zu Schlieren und Verästelungen.
Langsam trocknend und physikalischen
Gesetzmäßigkeiten folgend bilden sich Farbflächen
zwischen Transparenz und Opazität sowie Ränder und
Krusten – Spuren eines organischen, kaum steuerbaren Geschehens.
Ist die Feuchtigkeit verdunstet, beginnt ein zweiter, kontrollierter Arbeitsgang: Die entstandenen Strukturen werden mit präzisen Zeichnungen und Übermalungen verdichtet oder kontrastiert. Wie das Material seine Aggregatszustände verändert, wandelt sich auch der Prozess – vom Fließen und Schmelzen zur
Trocknung und Strukturierung.
So begegnen sich intuitive Materialprozesse und
bewusste künstlerische Entscheidungen. Planung
und Zufall, Kontrolle und Loslassen treten in ein
spannungsvolles Wechselspiel.
Die Werke zeigen nicht nur ein Bild,
sondern bewahren Spuren ihrer
eigenen Entstehung.